Liebe*r Mietstreiter*in,
Heute gibt es wichtige Hintergrundinfos zum
„Informationsfreiheitsgesetz“ (IFG).
Das
Thema wird in der Presse gerade heiß diskutiert. 🔥
Und es ist wichtig! Für alle von uns‼️
❔ Um was geht es?
„Das Informationsfreiheitsgesetz in der bisherigen Form wollen
wir hingegen abschaffen“ [1] – hat die CDU/CSU in die Papiere für
die Koalitionsverhandlungen geschrieben. Hat die SPD Widerstand
geäußert? Erstmal NICHT! Und die größte Dreistigkeit: Der Satz
steht ausgerechnet im Abschnitt „Stärkung der repräsentativen
Demokratie.“ [2]
Das kommt nicht überraschend: Philipp Amthor (CDU/CSU) - der
Hauptunterverhandlungsführer seiner Partei in dieser Sache – war
selbst schon negativ vom Informationsfreiheitsgesetz betroffen. Dank
dieses Gesetz konnten seinen Lobby-Beziehungen zur US-Firma Augustus
Intelligence öffentlich gemacht werden. Das hatte für negative
Schlagzeilen für ihn gesorgt. [3]
§ Was ist das IFG denn nun eigentlich?
Das IFG ermöglicht den Zugang zu Informationen der Bundesbehörden
und anderer Bundesorgane, demokratische Teilhabe und Wahrnehmung von
Bürgerrechten [4] – und hat damit Bedeutung für alle
Bürger*innen und die tägliche Arbeit von Journalist*innen.
Es geht aber NICHT um die Allgemeine Informationsfreiheit, die in
Art. 5 Abs.1 Satz 1 Grundgesetz geschützt ist. [5] Dadurch wird es
leider einfacher, das IFG abzuschaffen.
🔎 Um welche Art von Informationen geht es?
Es betrifft „Aufzeichnungen in jeder Form, unabhängig von der Art ihrer Speicherung, die amtlichen Zwecken dienen –
nicht aber unbedingt Entwürfe und Notizen. Vgl. § 2 Nr. 1 IFG.
Im Grundsatz geht es also um alle Arten von Daten, die in irgendeiner
Form gespeichert werden können und die amtlichen Zwecken dienen.
Es bezieht sich auf nur abgeschlossene Vorgänge [6]
und es gibt auch im Gesetz geregelte Ausnahmen.
☝️ Welche Bedeutung hat das IFG?
Für den Zugang zu diesen Informationen muss kein spezieller
Grund genannt werden. Nur Gebühren können anfallen.
Erst seit seiner Einführung im Januar 2006 gilt der Grundsatz, dass
die Gewährung von Zugang zu behördlichen Informationen die Regel
ist. Und dessen Verwehrung die Ausnahme bilden soll. Das war
zuvor genau anders herum! [7]
Für Journalist*innen, insbesondere Investigativjournalist*innen, ist es
sehr wichtig: Nach dem Presserecht haben Sie nämlich nur einen
Anspruch auf Beantwortung konkreter Fragen (!), aber kein
Akteneinsichtsrecht [8].
Es war in der Vergangenheit wichtiges Hilfsmittel bei der
erfolgreichen Aufdeckung von politischen Skandalen.
🚨 Was hätte eine Abschaffung zur Folge?
Eine absolute Rückentwicklung: Das IFG ist ohnehin schon ein
Schlusslicht gegenüber anderen Ländern und entspricht nicht
den EU-Standards: „Das Antikorruptionsgremium des Europarats stuft
bereits die aktuelle Fassung des IFG in vielen Teilen als
problematisch und unzureichend ein“ [9].
Journalist*innen wären wieder auf Lobbyarbeit und das damit verbundene
Wohlwollen einzelner Politiker*innen angewiesen, da es schon lange
an einem Bundespresseauskunftsgesetz fehlt [10].
Es wäre das „Aus“ für die Plattform „Frag den Staat“.
Es wäre ein deutliches politisches Misstrauen des Staates
gegenüber seinen Bürgern. [11]
🗞️ Aktueller Stand:
Philipp Amthor ist offiziell etwas zurück gerudert und spricht
relativ vage davon, dass keine Abschaffung geplant sei, sondern eine
inhaltliche Abwägung und Neugewichtung der betroffenen Interessen –
ohne dies zu konkreter auszuführen. [12], [13], [14]
Die Aufhebung des IFG wäre mit entsprechenden Mehrheiten nicht
besonders schwer durchzuführen: Über ein entsprechendes Gesetz -
z.B. auf Initiative der Bundesregierung eingebracht - kann der
Bundestag mit einfacher Mehrheit entscheiden, eine Zustimmung
des Bundesrates ist nicht nötig. Dieses Aufhebungsgesetz könnte
ganz schlicht lauten: „Das Informationsfreiheitsgesetz wird
abgeschafft“ – Das wär‘s dann!
Grund zum Frust?
Natürlich
NICHT!
Denn: Wir wissen Bescheid! Wir sind
wachsam! Es ist noch nicht zu spät, wir können etwas tun! ✊
Schließt euch uns an!
Bringt Eure Ideen ein! ❤️🔥
Bleibt laut, bleibt bunt,
bleibt solidarisch – Gemeinsam machen wir weiter! 🌈🔥
Solidarische Grüße
Dein Team von Gemeinsam gegen Rechts
Quellen:
[1] KOA-AG : Bürokratieabbau,
Staatsmodernisierung, Moderne Justiz, Stand 24.März, 15.45 Uhr, über
Veröffentlichung auf der Internetseite von „Frag-den-Staat“ –
Zeile 113f
[2] wie [1], Zeilen 114-117
[3] Frankfurter Rundschau,
Philipp Amthors Idee? Union will Informationsfreiheitsgesetz
abschaffen:Frag den Staat vor dem Aus, von Kathrin Reikowski,
27.03.25
[4]-[7] Wikipedia zum
Informationsfreiheitsgesetz
[8] Legal Tribune- online,
Unionsvorstoß zur Abschaffung des IFG – Zurück in die
Vergangenheit mit Philipp Amthor, Kommentar von Dr. Felix W.
Zimmermann, 28.03.25
[9]-[10] Website Menschen
Machen Medien Verdi, Aktuelle Meldungen, dju fordert
Presseauskunftsrecht, von Günter Herkel, 31.03.2025
[11] Welt- online, Die neue
Angst des Staates vor den Bürgern, von Benjamin Stibi, 27.03.25
[12] NDR-Nachrichten:
IFG-Debatte -Kritiker sehen Transparenz gefährdet, Amthor spricht
von Märchenstunde
[13] T-Online-Nachrichten,
Amthor bei "Markus Lanz“ -Das
war mein größter politischer Fehler",von Nina Jerzy, 02.04.25
[14] wie [4]
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